Vokiečių kalbos 2014 m. valstybinio egzamino testas - LESEVERSTEHEN (pagrindinė sesija)
Klausimas #1
Lesen Sie den Text und wählen Sie für jeden Abschnitt die passende Überschrift.
Caroline Körner
AUSTAUSCH-LOG FRANKREICH
Noch nie war Caroline Körner, 15, länger als eine Woche allein fort. Doch nun wagt sie das Austausch-Abenteuer Frankreich. Vorher feiert sie noch eine letzte große
Party, skypt mit ihrer Gastfamilie und bekommt ein bisschen Angst.
Ich hasse es zu warten. Darum kam es mir auch wie eine Ewigkeit vor, bis der Brief meiner Austauschorganisation auf dem Küchentisch lag. Meine Eltern konnten es
gar nicht mehr aushalten und hatten ihn schon geöffnet. Dort stand: „Bitte denke daran, dass Du ein vollwertiges Familienmitglied sein wirst, mit Pflichten im Haushalt,
Verantwortung und natürlich auch allen Vorteilen einer Familie.“ Und als mir bewusst wurde, dass sie wirklich eine Gastfamilie für mich gefunden hatten, musste ich
weinen. Vor Freude, dass das Abenteuer immer näher kam und vor Trauer, dass ich schon bald nicht mehr hier sein würde, sondern 1200 Kilometer von zu Hause
entfernt, in einem kleinen Dorf in Südfrankreich.
Ich habe mich für dieses Land entschieden, weil ich die Sprache mag und weil ich sie noch besser sprechen möchte. Seit vier Jahren habe ich Französischunterricht.
Frankreich selbst kenne ich bisher nur aus dem Urlaub, aber es hat mir immer sehr gefallen. Ich schaute mir lange die Fotos meiner zukünftigen Familie an.
Ein Mann, eine Frau, drei Mädchen. Eine der beiden älteren Töchter war mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Freund zu sehen. Wow, dachte ich, was für eine große Familie.
Schon bald werde ich für fünf Monate mit ihnen zusammen leben, in einem kleinen französischen Dorf in der Nähe von Toulouse. In der nächstgrößeren Stadt Castres
werde ich zur Schule gehen.
Nach dem Brief habe ich mit der Familie gemailt und auch schon geskypt. Sie scheinen sehr nett zu sein. Ich habe das Gefühl, sie wollen wie eine zweite Familie in
Frankreich für mich sein und geben mir nicht das Gefühl, dass ich nur ein Gast bin. Die jüngste Tochter ist ungefähr in meinem Alter und geht auf dieselbe Schule, wie
ich in Frankreich. Sie spielt auch Volleyball, darüber habe ich mich natürlich gefreut. Mit ihr habe ich auch schon etwas über die Schule geredet. Ich habe etwas Angst
den Anschluss zu verlieren, wenn ich wieder nach Deutschland komme. Aber ich werde in Frankreich auch in die Schule gehen und dort sicherlich auch etwas lernen,
also denke ich, dass das schon klappen wird. So langsam kommt die Zeit, Abschied zu nehmen. Dann fahre ich auf ein zweitägiges Vorbereitungstreffen nach Paris,
auf dem sich alle Austauschschüler treffen, die einen Auslandsaufenthalt in Frankreich machen. Ich bin gespannt auf die Abenteuerlust der anderen.
Am letzten Tag vor den Sommerferien haben eine Freundin, die in die USA geht, und ich eine Abschiedsparty gemacht, um noch einmal mit all unseren Freunden etwas
Zeit zu verbringen. Das war echt schön, man hatte einfach Zeit sich mit den Leuten zu unterhalten, gemeinsam zu lachen und Spaß zu haben. Aber wenn ich daran denke,
dass ich die nächsten fünf Monate alle meine Freunde und meine Familie nicht sehen kann, dann bekomme ich schon ein bisschen Angst. Ob es wirklich so toll wird, wie
ich es mir vorstelle, wird sich zeigen. Werde ich schnell neue Freunde finden? Wie werde ich mich in dem fremden Land zurechtfinden? Werde ich es ein halbes Jahr ohne
meine Eltern und meine Schwester aushalten, obwohl ich vorher noch nie länger als eine Woche alleine von zu Hause weg war? Alle diese Antworten standen nicht in dem
Brief. Ich werde sie aber in den nächsten Monaten beantworten können.
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Klausimas #2
Lesen Sie den Text und finden Sie die passenden Ergänzungen im Kästchen.
EIN STÄDTEREISE-TIPP
Von Paul Stänner
Die Brücke atmet, sagt Beate Kister. „Sie atmet Geschichte.“ Manchmal könne sie sogar noch das Pferdegetrappel auf dem Kopfsteinpflaster hören.
Und das, sagt sie, habe sie .
Die berühmte Erfurter Krämerbrücke, eine beidseitig mit 32 Häusern bebaute Straßenbrücke, wurde 1325 an der Gera-Furt des uralten Ost-West-
Handelsweges Via Regia (Paris-Warschau) in erbaut. Außerhalb Italiens ist die Erfurter Krämerbrücke eine der seltenen erhaltenen
Straßenbrücken und älter als ihre berühmte Schwester, die Ponte Vecchio in Florenz.
Wir stehen auf der Krämerbrücke, im Zentrum der thüringischen Hauptstadt Erfurt. Die schmale Gasse liegt noch im morgendlichen , rechts
und links sind die Häuser in bunten Farben gestrichen, viele von ihnen haben kunstvoll geschnitzte Balken.
Die Krämerbrücke ist wie der Ponte Vecchio in Florenz eine Brücke mit . Davon gibt es mehrere auch in Deutschland, aber die Erfurter
Brücke ist nördlich der Alpen die einzige bebaute – 120 Meter lang ist sie, mit 32 Häusern bestanden, dicht an dicht, Balken an Balken,
sodass man von der Gasse aus die langsam dahinfließende Gera darunter gar nicht sehen kann. Die Brücke verströmt den romantischen Charme
Zeiten. Vielleicht ist sie deshalb auch ein Sammelpunkt für einen besonderen Menschentyp.
Beate Kister zum Beispiel hat ihren Beruf als Buchhändlerin , weil sie malen wollte. Und sie wollte unbedingt auf die Krämerbrücke.
Monatelang hat sie die Leute von der Administration bestürmt, bis die ein Haus für sie gefunden hatten.
Ihr Geschäft heißt „Kleinformat“ und ist wie aus einer anderen Zeit: Sie drückt die eine Hälfte ihres Fensterladens nach oben und klappt die andere nach
unten, sodass er eine Verkaufsfläche bildet. Jetzt ist das Geschäft geöffnet, und man kann ihre postkartengroßen, bunten Bilder betrachten, die
allerlei fabelhafte, bunte Figuren zeigen.
Die Bilder entstehen unter den Augen der Passanten. Sie bleiben stehen, fotografieren. „Die Leute sagen zu meinen Bildern: ‚Sie müssen ein glücklicher
Mensch sein‘“, erzählt Kister.
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Klausimas #3
Lesen Sie den Text und finden Sie die passenden Ergänzungen.
DER HIMMEL ÜBER BERLIN
Von Frank-Michael Helmke
Wim Wendersʼ Zauberwerk „Der Himmel über Berlin“ ist ein Film über die Schönheit in der Welt, und an der man meistens doch einfach vorbei geht.
Die knappe Handlung ist schnell erzählt: Der Engel Damiel (Bruno Ganz) wandelt in Begleitung seines himmlischen Kollegen Cassiel (Otto Sander) durch Berlin und ergibt sich der unendlichen
Faszination menschlichen Daseins. Er träumt von einer wahrhaftigen irdischen Existenz, um all die Erfahrungen machen zu können, .
Als er sich schließlich in die Trapezkünstlerin Marion (Solveig Dommartin) verliebt, traut er sich den Schritt in alles Menschliche und lässt den Himmel hinter sich. (…)
„Der Himmel über Berlin“ ist ein großes Gedichtepos mit zahllosen Facetten. Ebenso euphorisch wie tieftraurig, ab und zu endlos deprimierend, dann wieder unglaublich lebensbejahend. Es hat
Strophen über , über das Leben, und was wir nie daraus gemacht haben; über Hoffnung, Verzweiflung, Glück und Einsamkeit; über den unendlichen
Schatz unserer Erinnerung und dessen Bereicherung durch neue Erfahrungen. Es hat viele Strophen über das Kindsein, , als wir naiv mit
großen Augen in die Welt staunten und kaum verarbeiten konnten, was auf uns einwirkte. Als alles genauso wundersam erschien, wie es für den von menschlichem Erleben abgeschnittenen
Damiel ist. Nicht ohne Grund sind einzig die Kinder in der Lage, [die Engel um sie herum zu sehen|die an jeder Straßenecke auf einen wartet|die Ewigkeit freimütig eintauschen gegen ein Menschenleben|die ihn zum Menschsein drängt|die kleinen Wunder der Alltäglichkeit|die mit sich Erinnerungen an die gesamte Geschichte der Erde tragen|die Schönheit der Welt suchen und manchmal auch finden|die sich später als enorm wichtig zeigt|jene Zeit, in der alles neu, alles wundersam erschien|zu denen Menschen allein berechtigt sind]. In magischen Bildern von leicht bläulichem Schwarz/Weiß, eingefangen von Kameramann
Henri Alekan, nimmt uns der Film mit auf eine Reise durch die Straßen und Lüfte Berlins, zeigt ihre Gegenwart und ihre Vergangenheit aus der distanzierten Perspektive der Engel,
, und doch jeden Tag aufs Neue Dinge finden, die sie faszinieren und begeistern. Angenehm und langsam macht
„Der Himmel über Berlin“ uns klar: Wenn zwei unsterbliche Engel von unserer Gegenwart so sehr verzaubert werden, wieso gehen wir dann in unserem kurzen Leben mit so begrenztem Blick
durch die Welt? Wenn es so viel zu erleben gibt, dass manche himmlische Wächter . Für Damiel ist es das unstillbare Bedürfnis
nach den einfachsten Sinneserfahrungen, das Spielen mit einem Bleistift, der Geschmack einer Tasse Kaffee, die winterliche Kälte im Gesicht, [die ihn zum Menschsein drängt|die an jeder Straßenecke auf einen wartet|die Engel um sie herum zu sehen|die Ewigkeit freimütig eintauschen gegen ein Menschenleben|die kleinen Wunder der Alltäglichkeit|die mit sich Erinnerungen an die gesamte Geschichte der Erde tragen|die Schönheit der Welt suchen und manchmal auch finden|die sich später als enorm wichtig zeigt|jene Zeit, in der alles neu, alles wundersam erschien|zu denen Menschen allein berechtigt sind]. (…)
Poesie in Filmform, nichts anderes ist „Der Himmel über Berlin“. Ob Wendersʼ Meisterwerk seine volle Wirkung entwickeln kann, hängt dabei sehr von den individuellen Gemütern der Zuschauer ab,
ob sie entlang ähnlicher Linien denken, oder Handkes Lyrik als übertrieben pathetisch empfinden. (…) Doch die, die zwischen der Verzweiflung die Momente der Klarheit gefunden und geschätzt
haben, die (…) , für die hält „Der Himmel über Berlin“ zwei der wundervollsten Stunden bereit, die das Kino je hervor gebracht hat.
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Klausimas #4
Lesen Sie den Text und beantworten Sie die Fragen mit einem Satz oder einer Wortgruppe.
VERMENSCHLICHTE HAUSTIERE
GIB PFÖTCHEN, OSKAR
Von Andreas Frey
Hunde, Katzen und Kaninchen tragen immer häufiger Menschennamen. Vor allem Hunde werden vermenschlicht. Warum das so ist und was
das über uns sagt, darüber diskutieren Sprachwissenschaftler und Soziologen.
(…) Wer sich heute ein Haustier anschafft, schaut erst einmal in die Weltliteratur, ehe er sich für einen Namen entscheidet. Oder er blättert
gleich Namenslisten für Kinder durch. Gina, Max, Lilly und Oskar – so heißen Hund und Katz heute.
Tiere werden uns immer ähnlicher; sie leben wie wir, sie feiern Geburtstag, sie werden auf dem Friedhof beerdigt. Und jetzt tragen sie häufig
auch noch unsere Namen.
„Die Tier-Mensch-Grenze verschwimmt“, sagt die Linguistin Damaris Nübling von der Universität Mainz, die Anfang dieser Woche einen Kongress
zu Tiernamen veranstaltet hat.
Zwei Tage lang trafen sich Sprachwissenschaftler und Soziologen in Mainz, um über dieses bisher vernachlässigte Forschungsfeld zu debattieren
– und Antworten auf Fragen zu finden, die man sich bisher im Zusammenhang mit Haustieren nicht stellte: Wie heißen sie? Warum heißen sie
häufig wie wir? Und was sagt das über uns?
(…) Eine bundesweite Untersuchung der Tiernamen fehlt bis heute. Aber das ändert sich gerade. (…) Die Menschen seien zurzeit sehr an
Tiernamen interessiert.
Das liegt in erster Linie daran, dass die meisten Deutschen ein Haustier halten. Jeder achte Haushalt hat einen Hund, jeder sechste eine Katze.
Zudem leben Millionen von Hamstern, Hasen, Meerschweinchen, Vögeln und Fischen unter uns. Tendenz steigend.
Viele dieser Tiere sind Teil der Familie. Die Zeiten, in denen Hasso angekettet den Hof überwachen musste, sind längst vorbei. Aus Nutztieren
wurden Haustiere. Sie haben heute die Hauptfunktion, für uns da zu sein. „Wir adoptieren das Tier“, sagt Nübling. In den USA gaben bei einer
Umfrage mehr als 70 Prozent der Teilnehmer an, dass ihr Tier sehr stark oder ziemlich stark zur Familie gehöre. (…)
Die Linguistin Eva Schaab von der Universität Mainz hat 1000 Hundenamen untersucht. Sie fand heraus, dass mehr als zwei Drittel der
Hundebesitzer sich bei Menschennamen bediente und kaum ein Hundename doppelt vorkam.
Seit dem 19. Jahrhundert hat sich der Anteil an Menschennamen mehr als verdreifacht. Damals übliche Satznamen wie Greifan oder Springlos
werden heute nicht mehr vergeben, auch die Namen von Göttern, Sagengestalten und Helden sind heute selten, ebenso wie Namensgebungen
nach Aussehen, Verhalten und Charakter. Dafür liegen heute sogenannte Fiktionyme wie Asterix im Trend, ebenso ausgefallene Städtenamen,
worunter Boston und Sydney noch die eingängigsten sind.
(…) Generell sind historische Vergleiche schwierig, weil wenig Forschungsmaterial zur Verfügung steht. Aus dem 20. Jahrhundert gibt es kaum
Erhebungen.
Welche außergewöhnliche Bedeutung Hunde erlangt haben, zeigt sich bei Namen wie Calvados, Rolex und Jim Beam. Am Hund markiert der
Mensch seinen sozialen Status, sagt Damaris Nübling – nicht nur bei Rassehunden. Und weil Menschen in Deutschland nicht nach Konsumgütern,
Diktatoren und Fußballvereinen benannt werden dürfen, muss eben der Hund herhalten. Deshalb fanden die Namensforscher in ihren Befragungen
allerhand ironische, exklusive und fantasievolle Bezeichnungen, die es früher nicht gab.
Warum sich Tier- und Menschennamen annähern, erklären sich Soziologen mit der emotionalen Nähe vieler Menschen zum Tier. Ihr Grad an
Individualität steigt, je häufiger sie mit uns wohnen und je ähnlicher sie uns sind. Sie sind Lebensbegleiter, Partner, Kind, Freund. Der Affe ist uns
genetisch zwar ähnlicher, aber der Hund ist uns näher. Er horcht, er lässt sich streicheln, er geht auf uns ein, er besitzt eine ausgeprägte
Körpersprache. Möglicherweise erkennen wir uns sogar selbst im Tier.
Nach dem Hund kommt gleich die Katze. Dann das Kaninchen, das sich ebenso vom Nutztier zum Haustier entwickelt hat, da sich deren Besitzer
ebenso immer häufiger bei den gegenwärtig beliebtesten Jungen- und Mädchennamen bedienen.
(…) Die Namensgebung bei Nutztieren folgt einer pragmatischen Logik: Kühe, Rinder und Schafe sollen identifizierbar sein. Deswegen orientieren
sich etwa Kuhbauern an einem festgelegten Namenkatalog – vorausgesetzt, es stehen nicht mehr als 50 Tiere im Stall. Bei Zuchttieren hingegen ist
die Namensvielfalt deutlich größer und ausgefallener, ein guter Name erhöht den Preis. Am einfallreichsten werden Freizeit- und Turnierpferde benannt.
Auch hier überwiegen wiederum Menschennamen wie Amadeus und Angela, mitunter auch Adelsnamen. Fast jedes fünfte Pferd erhält einen
abstrakten Namen. Beliebt sind Respekt, Eskapade und Melodie.
(…) Wie nah uns Hund, Katze und Kaninchen mittlerweile sind, wird auch beim Tierarzt deutlich. In der Patientenkartei führen die Ärzte den kleinen
Liebling nicht selten mit Vor- und Familiennamen. Und mancher Besitzer vergibt den Vornamen eines verstorbenen Familienmitglieds.
Wohin das führt? In Schweden taucht das Haustier mittlerweile sogar in Lebensläufen auf. In Finnland existieren Namenstagskalender für Haustiere.
Humane Riten werden auf Tiere übertragen. Und in beiden Ländern gibt es die Tendenz, dass sich die Namensgebung umkehrt: Aus typischen Tiernamen
werden Namen für Menschen. Tindra beispielsweise nannte man früher nur Kühe.
Wie viele Hundebesitzer geben ihren Hunden Menschennamen?
Warum ist es kompliziert, die Geschichte der Hundenamen zu untersuchen?
Was kann man über einen Menschen nach seinem Hund sagen?
Mit welchem Tier fühlt sich der Mensch am engsten verbunden?
Welche Haustiere bekommen oft populär Kindernamen?
Aus welchem Grund gibt man den Nutztieren Namen?
Welchen Vorteil bieten interessante Zuchttiernamen?
Wie werden oft Haustiere beim Tierarzt registriert?
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Klausimas #5
Lesen Sie die Text und wählen Sie die richtigen Antworten aus.
VERMENSCHLICHTE HAUSTIERE
GIB PFÖTCHEN, OSKAR
Von Andreas Frey
Hunde, Katzen und Kaninchen tragen immer häufiger Menschennamen. Vor allem Hunde werden vermenschlicht. Warum das so ist und was
das über uns sagt, darüber diskutieren Sprachwissenschaftler und Soziologen.
(…) Wer sich heute ein Haustier anschafft, schaut erst einmal in die Weltliteratur, ehe er sich für einen Namen entscheidet. Oder er blättert
gleich Namenslisten für Kinder durch. Gina, Max, Lilly und Oskar – so heißen Hund und Katz heute.
Tiere werden uns immer ähnlicher; sie leben wie wir, sie feiern Geburtstag, sie werden auf dem Friedhof beerdigt. Und jetzt tragen sie häufig
auch noch unsere Namen.
„Die Tier-Mensch-Grenze verschwimmt“, sagt die Linguistin Damaris Nübling von der Universität Mainz, die Anfang dieser Woche einen Kongress
zu Tiernamen veranstaltet hat.
Zwei Tage lang trafen sich Sprachwissenschaftler und Soziologen in Mainz, um über dieses bisher vernachlässigte Forschungsfeld zu debattieren
– und Antworten auf Fragen zu finden, die man sich bisher im Zusammenhang mit Haustieren nicht stellte: Wie heißen sie? Warum heißen sie
häufig wie wir? Und was sagt das über uns?
(…) Eine bundesweite Untersuchung der Tiernamen fehlt bis heute. Aber das ändert sich gerade. (…) Die Menschen seien zurzeit sehr an
Tiernamen interessiert.
Das liegt in erster Linie daran, dass die meisten Deutschen ein Haustier halten. Jeder achte Haushalt hat einen Hund, jeder sechste eine Katze.
Zudem leben Millionen von Hamstern, Hasen, Meerschweinchen, Vögeln und Fischen unter uns. Tendenz steigend.
Viele dieser Tiere sind Teil der Familie. Die Zeiten, in denen Hasso angekettet den Hof überwachen musste, sind längst vorbei. Aus Nutztieren
wurden Haustiere. Sie haben heute die Hauptfunktion, für uns da zu sein. „Wir adoptieren das Tier“, sagt Nübling. In den USA gaben bei einer
Umfrage mehr als 70 Prozent der Teilnehmer an, dass ihr Tier sehr stark oder ziemlich stark zur Familie gehöre. (…)
Die Linguistin Eva Schaab von der Universität Mainz hat 1000 Hundenamen untersucht. Sie fand heraus, dass mehr als zwei Drittel der
Hundebesitzer sich bei Menschennamen bediente und kaum ein Hundename doppelt vorkam.
Seit dem 19. Jahrhundert hat sich der Anteil an Menschennamen mehr als verdreifacht. Damals übliche Satznamen wie Greifan oder Springlos
werden heute nicht mehr vergeben, auch die Namen von Göttern, Sagengestalten und Helden sind heute selten, ebenso wie Namensgebungen
nach Aussehen, Verhalten und Charakter. Dafür liegen heute sogenannte Fiktionyme wie Asterix im Trend, ebenso ausgefallene Städtenamen,
worunter Boston und Sydney noch die eingängigsten sind.
(…) Generell sind historische Vergleiche schwierig, weil wenig Forschungsmaterial zur Verfügung steht. Aus dem 20. Jahrhundert gibt es kaum
Erhebungen.
Welche außergewöhnliche Bedeutung Hunde erlangt haben, zeigt sich bei Namen wie Calvados, Rolex und Jim Beam. Am Hund markiert der
Mensch seinen sozialen Status, sagt Damaris Nübling – nicht nur bei Rassehunden. Und weil Menschen in Deutschland nicht nach Konsumgütern,
Diktatoren und Fußballvereinen benannt werden dürfen, muss eben der Hund herhalten. Deshalb fanden die Namensforscher in ihren Befragungen
allerhand ironische, exklusive und fantasievolle Bezeichnungen, die es früher nicht gab.
Warum sich Tier- und Menschennamen annähern, erklären sich Soziologen mit der emotionalen Nähe vieler Menschen zum Tier. Ihr Grad an
Individualität steigt, je häufiger sie mit uns wohnen und je ähnlicher sie uns sind. Sie sind Lebensbegleiter, Partner, Kind, Freund. Der Affe ist uns
genetisch zwar ähnlicher, aber der Hund ist uns näher. Er horcht, er lässt sich streicheln, er geht auf uns ein, er besitzt eine ausgeprägte Körpersprache.
Möglicherweise erkennen wir uns sogar selbst im Tier.
Nach dem Hund kommt gleich die Katze. Dann das Kaninchen, das sich ebenso vom Nutztier zum Haustier entwickelt hat, da sich deren Besitzer
ebenso immer häufiger bei den gegenwärtig beliebtesten Jungen- und Mädchennamen bedienen.
(…) Die Namensgebung bei Nutztieren folgt einer pragmatischen Logik: Kühe, Rinder und Schafe sollen identifizierbar sein. Deswegen orientieren
sich etwa Kuhbauern an einem festgelegten Namenkatalog – vorausgesetzt, es stehen nicht mehr als 50 Tiere im Stall. Bei Zuchttieren hingegen ist
die Namensvielfalt deutlich größer und ausgefallener, ein guter Name erhöht den Preis. Am einfallreichsten werden Freizeit- und Turnierpferde benannt.
Auch hier überwiegen wiederum Menschennamen wie Amadeus und Angela, mitunter auch Adelsnamen. Fast jedes fünfte Pferd erhält einen
abstrakten Namen. Beliebt sind Respekt, Eskapade und Melodie.
(…) Wie nah uns Hund, Katze und Kaninchen mittlerweile sind, wird auch beim Tierarzt deutlich. In der Patientenkartei führen die Ärzte den kleinen
Liebling nicht selten mit Vor- und Familiennamen. Und mancher Besitzer vergibt den Vornamen eines verstorbenen Familienmitglieds.
Wohin das führt? In Schweden taucht das Haustier mittlerweile sogar in Lebensläufen auf. In Finnland existieren Namenstagskalender für Haustiere.
Humane Riten werden auf Tiere übertragen. Und in beiden Ländern gibt es die Tendenz, dass sich die Namensgebung umkehrt: Aus typischen Tiernamen
werden Namen für Menschen. Tindra beispielsweise nannte man früher nur Kühe.
Atsakymų variantai rodomi tik registruotiems sistemos eTest.lt vartotojams. Mokytojo registracija, mokinio registracija
Taškų skaičius už teisingą atsakymą: 4





